Don't understand a word?

Sonntag, 6. November 2016

Las Palmas: Die erste Etappe liegt hinter uns

Segelboote, egal wo man hin sieht. Die Küste scheint aus Mästen zu bestehen. Tausende bunte Fahnen flattern im Wind.
Überall. Beiboote flitzen durchs Wasser. Kinder spielen an Deck. Wir sind mitten drin.
Ich muss unwillkürlich an ein Bild von Mekka zur Pilgerzeit denken.
Willkommen in Las Palmas!
Schon vor der Marina liegen mindestens 50 Boote. Es ist voll. Und im Laufe nächster Woche werden nochmal 220 neue Boote erwartet.
Die ARC hat begonnen. Es scheint als ob jeder Bootsinhaber Europas daran teilnehmen will oder zumindest zur gleichen Zeit über den Atlantik segelt.
Nach einer Stunde finden wir eine Lücke neben der Marina wo wir ankern können.
Wir machen uns direkt auf zur Post, wo noch Dinge "Post resistante" für uns eingelagert waren. Danach ohne große Umwege in unser Paradies - WLAN Land alias El Corte Englaise.
Dieses riesige Nobelkaufhaus (hier zwei riesige Gebäude mit jeweils 4 Etagen) ist unfassbar wichtig für uns geworden.
Nicht nur, dass das WLAN hier das schnellste überhaupt ist, Nein, es gibt auch einfach alles. Alles. Auf der Suche nach einer neuen Kamera stolperte ich über die E - Piano Abteilung. Nach zwei Stunden Klavier spielen beschloss ich, hier gut wohnen zu können. Neben mir jammen zwei Profis.
Joshi saß derweil in einer Ecke neben der Steckdose was auch die Security Männer nicht störte.
Unsere Einkäufe machten wir hier absichtlich in einem kleinen Gemüsemarkt und die Verkäuferin, welche uns noch einige Worte Spanisch beibrachte, war so begeistert von uns, dass sie uns noch ein Croissant schenkte und uns auf eine weitere Lektion Spanisch einlud.
Auf dem Rückweg fanden wir noch eine Bäckerei die sowas wie Vollkornbrot hatte. Ich überschlug mich fast vor Glück und wir kauften gleich vier Brote.
Abends versuchten wir unser Glück nochmal in der Marina, brachen aber wegen Unwetter ab. Auf dem Weg zurück zu unserem Boot fischten uns zwei Polen aus dem Wasser und luden uns ein, das Gewitter bei ihnen zu verweilen.
Ein interessanter Abend und ein umwerfendes Boot. Inklusive Sauna und  Waschmaschine.
Wieder zurück feilten wir an unserer Strategie sowie an unserer Route. Die Suche geht weiter...


Während unserm kurzen Aufenthalt in Teneriffa ermöglichte Jürgen uns eine Wnaderung durch die Maska - Schlucht. Also an dieser Stelle sagen wir ganz brav:" Danke Jürgen!" 

Donnerstag, 3. November 2016

Teneriffa: Festland heißt jetzt WLAN Land. Videolog #3 und #4 sind online!

Unglaublich aber wahr: nach genau 7 Tagen haben wir es wieder ans Land geschafft. Wir sind in Teneriffa!
Erstes Ziel: ein riesiges Einkaufszentrum mit schnellem WLAN. Und das seit einigen Stunden. Der Wahnsinn geht sogar so weit, dass wir den in der Kinderecke angebrachten Fernseher ausstecken, um von dort Strom für den Laptop zu ziehen. Ist zum Glück noch nicht aufgefallen. Und das nervige Hintergrundgebrabbel ist endlich weg.
Zeit den Blog zu aktualisieren, Videos hoch zu laden und Spanisch - Lernhilfen runterladen.
Deshalb nun hier exklusiv:





und







Wie ihr dem vierten Videolog entnehmen könnt, ist Joshi seekrank geworden. Ob ich nun alleine weiterreise und wie es weiter geht, diskutieren wir noch aus. Es bleibt also heikel auf den Inseln - aber zuerst geht es weiter nach Las Palmas. Vorrausgesetzt natürlich, wir schaffen es aus dem WLAN Land....

Buschfunk und fliegende Fische - Abwechslung auf See

Die Tage verlaufen, gehen ineinander über und mittlerweile ist Sonntag. Also unser.. 5. Tag auf See.
Obwohl das Leben hier vielleicht monoton errscheint (schlafen, essen, schlafen, essen, entspannen, essen, schlafen) ist doch jeden Tag die ein oder andere Abwechslung dabei.
Wir hatten ja schon Wale und Vögel. Heute bestaunten wir eine andere Tierart: Goldmakrelen. Ein Schwarm sprang unweit von unserem Boot einige Meter weit aus dem Wasser und zwei Tiere direkt an unsere Angel. Wir mussten erst mal vor lachen an uns halten, es sieht schon sehr ulkig aus wenn diese ca 1m großen Tiere plötzlich aus dem Wasser 'fliegen'.
Außer den Tieren haben wir mittlerweile noch weitere unterhaltsame Beschäftigungen gefunden. An einem Tau festgebunden hinter dem Boot hergezogen werden und lesen. Hängematte an Großbaum aufhängen. Gutes, deutsches Liedertum wiederbeleben ( "Der Wald und die Bäume" "Wir lagen vor Madagaskar", für mehr reichts noch nicht). Oder von der tollen Technik an Bord gebrauch machen. Wie jedes Boot haben wir natürlich ein 24/7 laufendes Funkgerät. Dieses läuft immer auf dem Notfunkkanal (Kanal 16), ist aber ebenso für "Mario!" Rufe und gepfeifte Melodien anderer Seefahrer empfänglich.
Man kann sich auch über Wetter, Windaussichten und die neusten Fußballergebnisse austauchen (Dortmund - Schalke). Für sowas wechselt man aber dann den Kanal, keine Sorge.
In einer kreativen Phase haben Joshi und ich uns schon eine tolle Abwechslung für die Nachtwache -Stunden überlegt: wie wäre es mit dem allabendlichen Karaoke Wettbewerb auf Kanal 5 oder einem Seelsorge Kanal? Fischrezept - Austausch auf Kanal 3 und Kontakanzeigen auf der 4. Und ein Kanal für Kleinanzeigen natürlich. Oder einem Essens -Bestell Kanal?
Falls einer von euch da draußen noch eine Geschäftsidee sucht, kann er es ja mit einem Pizza Lieferdienst auf den Weltmeeren versuchen. Habe bisher noch keinen gesehen und käme bestimmt gut an.





Von Vögeln und Walen und den Tieren des Meeres

Wir haben nun schon Tag 2 der vorraussichtlich 6 Tage dauernden Segeletappe. Leider lässt der Wind etwas auf sich warten und keiner von uns ist mehr motiviert in das Segel zu pusten, von daher motoren wir die meiste Zeit.
Der Alltag an Bord ist wie schon zu vor sehr entspannt.
50% der Zeit schläft man, 20% wird mit Essen/Zubereitung und Abspülen verbracht und der Rest lesen, Diskutieren, Nachdenken.
Zum Glück haben wir immer mal wieder ein bisschen Abwechslung an Bord - und zwar durch unsere tierischen Mitbewohner. Vielen kleinen Vögeln, die sich über dem Wasser verirrt haben, bietet unser Boot eine Rettungsinsel. Die völlig erschöpften Tiere landen an Deck und schlafen erst mal ein. Gerne auch direkt an einen Menschen gekuschelt weil die sind ja schön warm und vor Wind schützen die auch noch. Ich wusste gar nicht wie zutraulich diese Tiere werden können (und das ohne Futter). Und das sie eigentlich mehr fliegende Flauschbälle sind. Und sitzen können. Habt ihr schon mal einen Vogel sitzten gesehen?



Gestern hatten wir noch eine andere tolle Begegnung: ca 200m neben unserem Boot tauchten zwei Wale auf. Unglaublich, wenn man sich mal versucht vorzustellen, das so riesige Tiere mehr oder weniger unter dem Boot leben und wie tief die See hier sein muss. Und wie viel faszinierendes Leben um uns ist ohne dass wir es auch nur erahnen können. 
Delphine die in unserer Bugwelle mitschwimmen, die bunt schillernden Raubfische die wir mit der Angel aus dem Wasser ziehen, das fluoreszierende Plankton, das nachts die Wasseroberfläche glitzern lässt, die Wale ... All das ist ja nur ein sehr sehr kleiner Bruchteil. Und doch unglaublich schön.

Es geht doch nichts über ein gutes Buch, eine Tasse Tee
und einen Kuschelvogel.
Unser Captain hat einen Vogel...

Marokko. Der Abschied Teil 2

Verzeiht mir den plötzlichen Abbruch aber wenn das Meer ruft kann man nicht für ein paar Minuten WLAN länger im Hafen bleiben.
Also nun der Rückblick auf unsere Zeit in Rabat:
Wir hatten es von 3 Welten. Jede einzelne haben wir kennen gelernt, so gut wie es uns in den paar Tagen  möglich war.
Wir haben den Nachtmarkt inklusive Streetfood der Großstadt getestet, uns für wenige Cent mit Gewürzen eingedeckt und die Sehenswürdigkeiten Rabats bewundert.
Dann haben wir beim schlendern durch das 'Ghetto' (es heißt übrigens Medina und ist eine eigene Stadt, die mit Rabat verwachsen ist) einen sehr lieben Marokkaner kennen gelernt, der uns gerne seine Heimat zeigen wollte und lud uns glatt zu einer Rundfahrt in seinem Auto ein. So bekamen wir einen tollen Einblick in die Geschichte der Stadt, die zum Großteil aus alten Festungsanlagen besteht, welche die Stadt früher vor den europäischen Streitkräften schützten. Die Marokkaner sind sehr stolz auf ihre Festung, welche nicht eingenommen werden konnte und die Stadt zuverlässig verteidigte (soweit ich das richtig verstanden habe).
Unsere Stadtführung wurde gekrönt von einem sehr leckeren Pfefferminztee im Park von Medina.

Allerdings besitzt auch alles seine Kehrseiten: außerhalb der Stadtmauern sollte man sich nicht unbedingt aufhalten - dort treiben sich einige zwielichtige Gestalten rum.
So wurde ich morgens beim joggen außerhalb der Mauern am Strand mit einem Messer bedroht. Ich hatte keine Wertsachen dabei und so verlief das ganze relativ glimpflich. Der Schock bleibt trotzdem, aber es ändert wenig an dem Gesamtbild, welches ich von den Menschen hier habe.

Geblieben ist die Dankbarkeit an diesen herzlichen Menschen, der uns seine Heimat nicht besser hätte zeigen können. Die Erinnerungen an die netten Menschen im Supermarkt die mir eifrig weiter geholfen haben. Die ehrlichen Straßenverkäufer. Die vielen Willkommens - Zurufe fremder Menschen. Die beeindruckenden Mauern der Festung und die noch beeindruckenderen Kräfte des Atlantiks, der sich in unglaublich hohen Wellen an Ihnen bricht.
Um einige Erfahrungen reicher geht es jetzt also wieder auf See - das schönste Gefühl von allen, das Aufbrechen, das Weiterreisen und die unendliche Weite des Atlantiks vor uns..